Immer mehr Menschen in Deutschland mögen den Rosè. Lange Zeit galt er als verpönt und man nahm an, er wurde aus Rot- und Weißwein gemischt. Das ist aber streng verboten und so in der Weinverordnung festgehalten. 2009 erst wurde das verboten, damit alle EU-Länder die gleichen Wettbewerbsbedingungen haben. Rosè ist ein Nebenprodukt der Rotweinbereitung. Er wird überall angebaut, wo andere Weinsorten auch angebaut werden. Die bekanntesten Sorten kommen aus Deutschland, Spanien, Österreich und Italien. Aber auch Südfrankreich hat einen schönen Rosé. Er entsteht aus blauen oder roten Trauben. Nach der Ernte werden die Beeren von der Rebe getrennt. Die Kerne und das Fruchtfleisch werden gepresst und den Brei, der dabei entsteht, nennt man Maische. In den Schalen der Trauben ist der Farbstoff, und je länger also der gepresste Saft auf dem Most liegt, je dunkler wird die Farbe vom Wein. Liegt er nur ganz kurz auf der Maische, dann bekommt der Wein die hellrosa Farbe. Das nennt man die Saignee-Methode. Man kann aber auch blaue Trauben unzerkleinert pressen und ohne Schalen gären lassen. Dann bekommt man einen sehr hellen Rosé. Oder man befreit den Wein von Tanninen und behandelt ihn mit Aktivkohle, dann wird er auch hell. Laut Weinrecht dürfen für die Rosèweine bestimmte Rebsorten nicht genommen werden, das ist ganz genau geregelt. Trauben, die von vorneherein schon eine leichte rote Farbe haben wie zum Beispiel Gewürztraminer oder Grauer Burgunder, gehören dazu. Der Winzer nimmt für den Rosè meist junge Rebstöcke, die noch sehr fruchtig sind. Wird nun also der Rotwein hergestellt, dann kommt er im Behälter zum Gären. Nach ein bis zwei Tagen werden bis zu 15 Prozent des Mostes aus dem Gärbehälter genommen. Aus diesen wird dann der Rosè. Der Vorteil für den Rotwein ist, dass er durch die Entnahme eine höhere Konzentration aufweist. Rosé schmeckt immer frisch und leicht und sollte kühl serviert und getrunken werden. Der Roséwein hat also seinen schlechten Ruf völlig zu unrecht. Es werden keine minderwertigen Trauben für die Herstellung benutzt. In den letzten Jahren ist er immer mehr in Mode gekommen und es gibt einige edle Sorten, die durchaus auch ihren Preis haben.
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